Veranstaltungskalender

Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 31

Übersicht aller Veranstaltungen

Selbsthilfenetzwerk Sachsen

Wer wir sind

Wo wir sind

.

Extreme Hitzewellen (SH-NEWS 2022/078 vom 28.07.2022)

(Gerechte Gesundheit; red./ pec) – Hitzewellen werden zukünftig heißer und länger. Krankenhäuser, Praxen und Kommunen sind darauf jedoch noch nicht eingestellt, warnt die Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG). Die Gesundheitsakteure müssten in Hitzeplanungen miteinbezogen werden.

„Unser Gesundheitssystem ist auf Hitzeextreme nicht vorbereitet“, lautet das Fazit der Klima-Experten. Es gebe nur wenige Kommunen, die einen Hitzeaktionsplan haben, berichtet KLUG-Vorstandsvorsitzender Dr. Martin Herrmann auf einer Pressekonferenz. Die wenigen Kommunen mit Hitzeplänen hätten die Gesundheitsakteure nicht mit an den Tisch geholt. Letztere hätten es jedoch auch versäumt, selbst aktiv zu werden. „In wenigen Kliniken gibt es Überlegungen dazu, in wenigen Praxen hat man sich damit auseinandergesetzt“, berichtet Herrmann weiter. Der Präsident der Bayerischen Ärztekammer Dr. Gerald Quitterer stimmt ihm zu: „Der Gesundheitssektor hatte das Thema lange nicht ernst genommen.“ Das ändere sich aber gerade.

Kürzlich hat KLUG das Pilotprojekt „Aktionsbündnis Hitzeschutz Berlin“ gestartet, in dem zusammen mit Senat und Akteuren aus dem Gesundheitswesen Hitzeschutzpläne erarbeitet werden. Die Bereitschaft sei trotz der schwierigen Situation im Gesundheitssektor sehr groß gewesen, allerdings habe man „bei den meisten Gesundheitsinstitutionen bei null anfangen“ müssen, sagt Herrmann. Für Notsituationen wie extreme Hitze müsse das Gesundheitsweisen breit aufgestellt sein, viel müsse in den Praxen und ambulant gelöst werden. „Die Notdienste alleine werden das nicht lösen können“, da sie sehr schnell überrannt würden. Bei den letzten Hitzewellen sei der bereits überlastete Notdienst in der Hauptstadt kollabiert. Stundenweise seien keine Notarztwagen mehr verfügbar gewesen. Herrmann: „Das zeigt, dass das auf eine ohnehin schon kritische Situation in unserem Gesundheitssektor obendrauf kommt.“ Für nächstes Jahr soll ein Team aufgebaut werden, dass Kommunen bei der Erstellung von Hitzeplänen unterstützt.

„Hitze ist deswegen so schlimm, weil es gerade Vorerkrankte trifft“, sagt Prof. Claudia Traidl-Hoffmann vom Universitätsklinikum Augsburg. Gerade bei Lungenerkrankungen, von denen durch die Pandemie aktuell viele Menschen betroffen seien, steige das Sterberisiko.

In Zusammenarbeit mit der KLUG beschäftigt sich die Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe seit Anfang des Jahres 2022 im Rahmen eines Projektes mit dem Thema Klimawandel und Selbsthilfearbeit. Dabei spielt der Hitzeschutz eine wesentlich Rolle. Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen sollen von Ergebnissen profitieren und somit Unterstützung im Alltag erhalten. Die Arbeitshilfen können helfen, um lokale Maßnahmen zielgerichtet zu beschreiben und umzusetzen.


Dieser Artikel wurde bereits 80 mal angesehen.



.