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Projekt "ÖPNV/SPNV für alle" (SH-NEWS 2022/074 vom 12.07.2022)

(LSKS/kha) Das Projektteam „ÖPNV/SPNV für alle“ beim Landesverband Selbsthilfe Körperbehinderter Sachsen e.V. (LSKS) nutzte die letzten Wochen vor den sächsischen Sommerferien, um Dresdner Schüler zum Thema barrierefreie Nutzung von Bus und Bahn fit zu machen.

Kooperation mit Schulen

Im Rahmen von Projekttagen kooperierte das Projekt sowohl mit der Schule für Körperbehinderte/ Förderzentrum "Professor Dr. Rainer Fetscher" und dem Evangelischen Kreuzgymnasium.

Am 28.06.2022 gab es für drei Klassen der Körperbehindertenschule ein kombiniertes Training mit Bus und Straßenbahn. In enger Zusammenarbeit mit der Dresdner Verkehrsbetriebe AG (DVB) wurden die Kinder samt Lehrern und Betreuern vor der Schule mit einem geräumigen Niederflurbus abgeholt mit dem Ziel Betriebshof Trachenberge. Hier übten die Kinder unter Anleitung fachkundiger und erfahrender Referenten aus der Selbsthilfe die Nutzung der Dresdner Niederflurstraßenbahn und des Niederflurbusses. Dabei wurden sie nach einer gemeinsamen Einführung in eine Trainingsgruppe „Rollstuhl“ und in eine Trainingsgruppe „Läufer“ aufgeteilt, um den unterschiedlichen Bedarfen Rechnung zu tragen.

Es standen u. a. folgende Trainingsschwerpunkte im Fokus:

  • Sicherer Weg zur Haltestelle
  • Vorbereitung einer Fahrt /Informationsmöglichkeiten vor- und während der Fahrt
  • Ausgestaltung der Busse und Bahnen im Sinne mobilitätseingeschränkter Fahrgäste inkl. Deutung von Piktogrammen
  • Kontaktaufnahme mit dem Fahrpersonal
  • Ein- und Ausfahren mit dem Rollstuhl und Rollator
  • Ein- und Aussteigen
  • Einnehmen des Sitz- bzw. Stellplatzes
  • Rangieren im Fahrzeug

Darüber hinaus hatten die Referenten und Kollegen des LSKS sowie der DVB stets ein offenes Ohr für Fragen und auch Anregungen der Schüler und Lehrkräfte.

Nach einer kleinen Sonderfahrt mit der Straßenbahn in Trachenberge, wurden alle Teilnehmer mit dem Niederflurbus wieder in die Schule gefahren. Die Gelegenheit wurde genutzt um festzuhalten, dass es ein ganz besonderes Erlebnis mit großem Mehrwert für die Kinder ist, die dadurch nach und nach auch in ihrer Mobilität selbstständiger werden. Schnell war klar: Das wollen wir wieder machen! So wurde vereinbart, im Herbst noch mehr Klassen ein gemeinsames Training zu ermöglichen.

Im Kreuzgymnasium begleitete das Projektteam gemeinsam mit Kollegen der Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Sachsen (LAG) Projekttage zum Thema „Diskriminierung“ im Rahmen zweier Workshops für Zehnt- und Elftklässler. In den Workshops beschäftigten sich die Schüler gemeinsam mit den Kollegen des LSKS und der LAG einerseits mit der Klärung von Fragen rund um das Thema Behinderung und damit verbundenen Einschränkungen und Möglichkeiten. Andererseits gab es gemeinsame Erkundungstouren, die vorhandene Barrieren im Schulkomplex als auch in der näheren Umgebung der Schule aufdecken sollten. Ausgestattet mit Rollstühlen, Rollator und Simulationsbrillen zum Nachempfinden verschiedener Sehbehinderungen, machten sich die Schüler auf den Weg. Hier wurde das Thema barrierefreie Nutzung des ÖPNV behandelt. Dabei mussten die Schüler u.a. feststellen, dass die Fußwegsituation leider nicht zufriedenstellend bezüglich (nicht-) vorhandener Bordsteinabsenkungen an Kreuzungsbereichen und Zugängen zur Haltestelle ist. Gleiches gilt auch für die Berollbarkeit der Fußwege und zugleich vorhandene Engstellen aufgrund abgestellter E-Roller auf dem Bürgersteig. Die nahe der Schule gelegene Haltestelle „Niederwaldstraße“ wurde gemeinsam begutachtet und weitere Barrieren benannt – diese Haltestelle ist u.a. aufgrund der niedrigen Haltesteige für Rollstuhlfahrer nur eigeschränkt barrierefrei – ein Leitsystem für Blinde und Sehbehinderte leider nicht vorhanden. Anhand von barrierefreien Beispielhaltestellen wurde den Schülern gezeigt wie es besser geht. Zudem demonstrierte die Koordinatorin am Bus, wie der BLIS-Handsender funktioniert – ein Hilfsmittel für Blinde und Sehbehinderte, das den Fahrgästen auf ihren Wunsch hin das Fahrziel, die Liniennummer und auch die nächsten Haltestellen ansagt und dem Fahrer vorhandene Einstiegswünsche signalisieren kann.

Die jungen Leute waren sehr interessiert und wir sind zuversichtlich, dass sie nicht nur in ihrer beruflichen Zukunft an barrierefreie Anforderungen denken werden. Für Unterstützung und Beratung stehen sowohl der LSKS als auch die LAG SH jederzeit gern bereit.

An dieser Stelle geht ein großer Dank an das Referententeam des LSKS, die Kollegen der LAG SH und an die Kreuzschule Dresden und das Förderzentrum "Professor Dr. Rainer Fetscher" für diese gelungene Kooperation.

Mobilitätstrainings

Nicht nur an Schulen war das Projektteam aktiv. Es fanden auch weitere Mobilitätstrainings statt. So wird an dieser Stelle insbesondere auf die zurückliegenden Angebote für Menschen mit Lernschwierigkeiten verwiesen.

Diese waren ein voller Erfolg und es gibt auch für weitere Trainings zahlreiche Interessierte, sodass nach der Sommerpause weitere Termine folgen werden. Unter folgendem Link gibt es eine aktuelle Übersicht zu den nächsten Mobilitätstrainings und auch Ausfahrten zum Training und Test für fortgeschrittene ÖPNV-Nutzer.

Neue Termine zum Mobilitätstraining

Anmeldungen zu allen Trainingsangeboten sind bereits jetzt möglich unter:

Landesverband Selbsthilfe Körperbehinderter Sachsen e. V.
c/o Selbsthilfenetzwerk Sachsen
Michelangelostr. 2/Erdg.
01217 Dresden
E-Mail:
Telefon: 0351 / 479 350-13
Fax 0351/ 479 350-17

Wir freuen uns auf Sie!


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