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Online-Projektgruppenberatungen im Projekt „ÖPNV/SPNV für alle“ (SH-News 2021/111 vom 16.12.2021)

Logo des ÖPNV-Projektes Projektteam berät auf regionaler, sachsenweiter und bundesweiter Ebene zu aktuellen Herausforderungen im öffentlichen Verkehr

(LSKS/kha) Das Team des Projektes „ÖPNV/SPNV für alle“ bemühte sich auch im November 2021 darum, trotz aktuell hoher Corona-Infektionszahlen, die anberaumten Beratungen ordnungsgemäß durchzuführen. Dafür nutzte es die Möglichkeit der Videokonferenzen.

Projektgruppe Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

Am 10.11.2021 kamen auf Einladung des Projektes folgende Partner der Projektgruppenarbeit im Landkreis zusammen: Frau Schmid, Behindertenbeauftragte des Landkreises und Sachbearbeiterin ÖPNV/Verkehrsplanung sowie ihre Mitarbeiterin Frau Huch vom Landratsamt Pirna, Herr Ludwig, Leiter Verkehr bei der Regionalverkehr Sächsische Schweiz-Osterzgebirge GmbH (RVSOE), Herr Liebig vom Verkehrsverbund Oberelbe (VVO), Herr Naumann, KB-Stelle Barrierefreies Planen/Bauen bei der Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Sachsen (LAG) und seitens des LSKS, der Projektbeauftragte Gerd Schuhmacher und die Projektkoordinatorin Kerstin Hammer, die die Beratung leitete.

Ein wichtiger Themenschwerpunkt war dabei u.a. die Sicherstellung barrierefreier Reisemöglichkeiten im Zuge des Betreiberwechsel im VVO-Dieselnetz von MRB zu DB Regio am 12. Dezember auf den Strecken Heidenau-Altenberg, Pirna-Sebnitz, Dresden Königsbrück/Kamenz. Hier brachte sich das Projekt in den vergangenen Monaten ein, um Verbesserungen hinsichtlich einer barrierefreien Fahrzeuggestaltung anzuregen, nachdem bekannt wurde, dass die aufgrund einer erforderlichen Notvergabe eingesetzten Altfahrzeuge nicht mit Schiebetritten nachgerüstet werden können. Im Februar/März 2022 soll ein Lokaltermin zum Test umgesetzter Verbesserungen erfolgen (Einsatz von Rampen und Hilfeleistung durch Kundenbetreuer, zusätzliche Türtaster, Anordnung Rollstuhlstellplätze direkt neben Sprechstelle, …) – entsprechend im Nachgang erfolgter Abstimmungen mit dem VVO werden dementsprechend spontane Mitfahrten auch weiterhin gewährleistet sein. Fahrgästen, die längerfristiger planen, wird derzeit eine Vorab-Anmeldung empfohlen, da aufgrund des derzeitigen Krankenstandes der Zugführer Hilfe leistet und sich somit besser auf seinen Einsatz vorbereiten kann. Besprochen wurde auch eine in Vorbereitung befindliche Neuausschreibung für den Zeitraum ab Dezember 2031, wobei entsprechende Vorgaben für Schiebetritte zugesichert wurden und es hinsichtlich der erforderlichen Schiebetritte bereits Hersteller konsultiert wurden

Darüber hinaus wurden u. a. folgende Beratungspunkte behandelt:

  • Änderungen am ÖPNV-Netz in der Region jeweils unter Beachtung der im Projekt vereinbarten Anforderungen an die barrierefreie Ausgestaltung (Buslinie 219, Optimierung von Übergangszeiten am ZOB Pirna, Taktbus 365 von Schmiedeberg nach Frauenstein bzw. ab 2022 nach Rechenberg-Bienemühle)
  • Ausbau von Haltestellen und SPNV-Haltepunkten in der Region (u. a. Freital, Obervogelgesang, Krippen, Schmilka Hirschmühle, Schöna)
  • Planungen bzw. Studien hinsichtlich zukünftiger Projekte und Visionen in der Region mit notwendiger Berücksichtigung der Anforderungen an die Barrierefreiheit (Verlängerung Kirnitzschtalbahn und Standseilbahn zwischen Stadt und Festung Königstein)
  • Mobilitätstraining im Landkreis unter Einbeziehung der DB Regio und RV SOE im Frühsommer 2022

Projektgruppe „SPNV für alle“

Die am 24.11.2021 auf Einladung des Projektes durchgeführte Online-Beratung zum „SPNV für alle" für die Region Dresden/Elbland, Ostsachsen/Niederschlesien-Oberlausitz, Nordsachsen/Leipziger Land war trotz der aktuellen Erschwernisse gut besucht. Es kamen Vertreter verschiedener Verkehrsverbünde (Verkehrsverbund Oberelbe - VVO, Verkehrsverbund Oberlausitz Niederschlesien - ZVON und Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig – ZVNL), Vertreter des Bahnhofsmanagements Leipzig und Dresden von der DB Station & Service, die DB Regio, die Behindertenbeauftragten der Landkreise Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Görlitz, die Stadt Görlitz, die KB-Stelle Dresden. Von Seiten des Projektes wirkten die Projektkoordinatorin Kerstin Hammer und die regionale Koordinatorin für den Bereich LK Leipzig/Nordsachsen Kathleen Rahn. Vom Partnerprojekt beim VdK Sachsen für den Bereich Westsachsen/Chemnitz nahm der Projektleiter Herr Thriemer teil.

Zunächst ging die Projektkoordinatorin Frau Hammer auf einige ausgewählte Schwerpunkte der zurückliegenden Projektarbeit ein. Dies umfasste u. a. die neu gestaltete Homepage des Projektes, die aktuell laufende Aktualisierung der Technischen Forderungen, Abstimmungen mit der Länderbahn/Trilex unter Einbeziehung unterschiedlicher Nutzervertreter mobilitätseingeschränkter Fahrgäste zur Optimierung der Fahrgastinformation für alle, die planmäßige Durchführung von Mobilitätstrainings bzw. Ausfahrten nach Bautzen (SH-NEWS 2021/089 ) und Delitzsch (SH-NEWS 2021/095) sowie laufende Beantragung eines neuen Projektes zur Thematik „ÖPNV/SPNV für alle“.

Anlässlich der lt. Verkehrsministerkonferenz vom April 2022 vorliegenden Beschlüsse zur Erforderlichkeit einheitlicher Normen auf Bundesebene – unter Berücksichtigung der Tatsache, dass bundesweit unterschiedliche Bahnsteighöhen existieren - positionierten sich die Verbünde und die Deutsche Bahn noch einmal dazu, dass das vorliegende Migrationskonzept anzuwenden ist. In Sachsen und weiteren mitteldeutschen Bundesländern ist demnach bei neuen Baumaßnahmen eine Zwischenstufe zur längerfristig angestrebten 76cm-Bahnsteighöhe von 55 cm Bahnsteighöhe umzusetzen, damit mit den derzeit eingesetzten Zügen auf in den Folgejahren höhengleiche Ein- und Ausstiege gewährleistet sind.

Weitere Beratungsschwerpunkte waren u.a.:

  • Der VVO berichtete über vielversprechende Arbeiten zur automatisierten Übernahme und Anzeige der Statusmeldungen zur Funktionalität der Aufzüge an Bahnhöfen auf dem DB-System und die technische Umsetzung barrierefreier Auskunftssysteme, konkrete Ergebnisse werden Anfang 2022 bzw. 2022/2023 erwartet.
  • Dem Bericht der DB Station und Service AG konnte u. a. entnommen werden, dass sich die Abwicklung der Anmeldungen von Hilfeleistungen über die Mobilitäts-Service-Zentrale derzeit in einer intensiven Überarbeitung befindet, um Schwachstellen bei der Informationsübermittlung aufzudecken.
  • Hinsichtlich der Belegung aller Gleishallendächer im Zeitraum 2022-2025 am Hauptbahnhof Dresden wird derzeit ein Konzept zum reibungslosen Umleiten der Fahrgäste bei baubedingten Einschränkungen entwickelt. Dazu soll es im Februar einen Termin geben, zu dem auch der LSKS mit seinen Projektpartnern einbezogen werden soll.
  • Im Nachgang des Lokaltermins des Projektes im Bahnhof Zittau (SH-NEWS 2021/045) wurden erste Arbeiten realisiert, so u. a. die Türautomatik und die Anordnung der Sitzmöglichkeiten in der Bahnhofshalle, auch das Blindenleitsystem soll überarbeitet werden.
  • Aktuell sind etwa 70% der Bahnsteige im VVO-Gebiet barrierefrei ausgebaut, durch die etwa 91% der Fahrgäste erreicht werden. Der VVO bekräftigte, den weiteren barrierefreien Ausbau von Bahnstationen und Haltestellen voranzutreiben, so u. a. an S-Bahn-Haltestellen der Sächsischen Schweiz. Hinzu kommt beispielsweise die erfolgte Beschriftung von Handläufen im Bahnhof Pirna.
  • Die noch im Zuge der zurückliegenden Projektgruppensitzung besprochene umfangreiche Liste mit Projekten im Schienen- und Verkehrsbereich wurde aufgrund veränderter Prioritäten im Kohle-Gesetz - die zumindest im Bereich des Braunkohleauausstiegs, nun in der Forschung und Entwicklung liegen - zusammengestrichen. Es bleiben hier die Vorhaben eines ICE zwischen Cottbus und Görlitz und Stärkung der Verbindung Dresden – Cottbus über Spremberg-Kamenz-Hosena. Im Sinne aller Fahrgäste wäre es jedoch mehr als wünschenswert, wenn für die übrigen Vorhaben alternative Finanzierungen gefunden werden.
  • Nachrüstung bzw. Einbau von Aufzügen, Markranstädt mit dem Ziel der Inbetriebnahme ab 2025 und Bischofswerda Realisierung im Jahr 2022.
  • Der Umbau des Bahnhofs in Borna soll im Jahr 2022 abgeschlossen werden.
  • Der ZVNL berichtete dazu u. a. über die Herstellung von Barrierereiheit an ausgewählten Verknüpfungsstellen, so u. a. in Pegau im Jahr 2030, Eilenburg-Ost, Döhlen und Zschorkau.
  • Einsatz neuer Züge zwischen Chemnitz und Leipzig ab 2023 (Typ batteriebetriebener Coradia Continental), dies bedeutet einen großen Sprung in Richtung Barrierefreiheit auf dieser Strecke. Es wurde ein Nutzertest gemeinsam mit dem Partnerprojekt beim Sozialverband VdK und dem BV Leipzig vereinbart.
  • Vereinbart wurde außerdem die Umsetzung von Mobilitätstrainings im Raum Leipzig und Sächsische Schweiz sobald es die aktuelle Corona-Situation wieder zulässt. Angeregt wurde zudem ein Test der barrierefreien Erreichbarkeit des Biosphärenreservats Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft.

Onlinetreffen des BSK-Fachteams Mobilität

Als Mitglied im Fachteam Mobilität des Bundesverbandes Selbsthilfe Körperbehinderter (BSK e.V.), das monatlich zu Herausforderungen auf Bundesebene berät, nahm Kerstin Hammer am jährlichen Fachteamtreffen teil. Teilnehmer waren Betroffenenvertreter aus ganz Deutschland.

Link zum BSK-Fachteam Mobilität

Das Fachteam verständigte sich dabei u. a. auf die angestrebte Sensibilisierung zu Anforderungen und der Notwendigkeit barrierefreier Gestaltung im Bereich Forschung und Lehre und zur Abfrage des Umsetzungsstandes der vorliegenden Beschlüsse aus der Verkehrsministerkonferenz vom April 2021 bei den Ländern, dies bezieht sich auf:

  • die Einbeziehung der behindertenverbände im Rahmen der Novellierung der TSI PRM, was die Technischen Spezifikationen für die Interoperabilität für Menschen mit Mobilitätseinschränkung auf EU-Ebene meint 
  • einheitliche Normen und Standards für einen barrierefreien SPNV auf Bundesebene
  • ein bundesweites, transparentes Beteiligungsverfahren im Gesamtsystem Bahn

Über den weiteren Fortgang informieren wir gern auf unseren Internetseiten. An dieser Stelle wünschen wir Ihnen allen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch. Wir hoffen, dass wir auch im neuen Jahr gemeinsam im Sinne eines barrierefreien öffentlichen Personennahverkehr wirken können.


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