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ÖPNV/SPNV für alle im Landkreis Görlitz (SH-NEWS 2021/045 vom 14.05.2021)

Bus-Haltestelle Bf. Zittau Projektgruppenberatung im Landkreis und Lokaltermin am Bahnhof Zittau

(LSKS/kha/ahä) Das Team des Projektes „ÖPNV/SPNV für alle“ war wieder im Landkreis Görlitz aktiv. Nachdem am 28.04.2021 eine Besichtigung des Bahnhofes in Zittau erfolgte, stand am 29.04.2021 die Projektgruppenberatung für den Bereich des Landkreises Görlitz auf dem Programm.

Lokaltermin am Bahnhof Zittau

Der Lokaltermin fand unter Einhaltung strenger Hygienemaßnahmen mit ausgewählten Vertretern der Projektgruppe statt. So folgten Vertreter von Selbsthilfevereinigungen (BSVS und Sozialverband VdK Sachsen) der Einladung des Landesverbandes Selbsthilfe Körperbehinderter Sachsen e. V. (LSKS) und der Behindertenbeauftragten des Landkreises, um gemeinsam mit der Deutschen Bahn (DB Station & Service) und dem Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (ZVON) die Situation am Bahnhof unter den Gesichtspunkten der Barrierefreiheit zu beurteilen.

Dabei wurden u. a. folgende Punkte festgestellt und vereinbart:

  • Die Automatiktür vom Bahnhofsgebäude zum Hausbahnsteig öffnet abrupt und in Richtung der Fahrgäste, die den Bahnsteig in Richtung Bahnhofsgebäude verlassen möchten. DB S&S lässt die Türeinstellungen nachprüfen und -stellen. Zusätzlich wird ein gut sichtbares Hinweisschild an der Tür befestigt.
  • Das Blindenleitsystem am neu gestalteten Hausbahnsteig ist soweit gut nutzbar, am Inselbahnsteig liegt noch ein älteres System vor, das nicht mehr den heute gängigen Standards entspricht und blinden Fahrgästen irreführende Informationen bereitstellt. Insbesondere die Ausgestaltung der Aufmerksamkeitsfelder soll demnach überarbeitet werden
  • Nachrüstung eines Blindenleitsystems im Tunnel zwischen Haus- und Inselbahnsteig
  • Markierung der Stufen vom/zum Tunnel vom/zum Bahnsteig und Markierung der Handläufe in Brailleschrift und erhabener Schrift
  • Das Behinderten-WC im Bahnhofsgebäude ist nur über Münzeinwurf zugänglich und auch hinsichtlich der Ausgestaltung lediglich eingeschränkt für mobilitätseigeschränkte Menschen nutzbar (hinsichtl. Rangierraum, Türgestaltung, Notruf). Kurzfristig angeregt wurde hier u. a. die Ausstattung mit Euroschlüssel. Im Zuge längerfristiger Planungen soll das WC komplett barrierefrei ausgebaut werden.
  • Optimierung der Dynamischen Fahrgastauskunft in der Wartehalle (Auffindbarkeit für Blinde, bessere Verständlichkeit der Ansage, …)

Projektgruppenberatung „ÖPNV/SPNV für alle“

Am Folgetag fand die Projektgruppenberatung „ÖPNV/SPNV für alle“ auf digitalem Wege als Videokonferenz statt. Daran nahmen vonseiten der Selbsthilfevertreter der BSVS, der Schwerhörigen-Verband, VdK Sachsen und des LSKS teil. Es wirkten der ZVON, das Landratsamt Görlitz/Straßenverkehsbehörde, die Stadt Görlitz, die Görlitzer Verkehrsbetriebe (GVB), die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft (ODEG) und die Länderbahn/Trilex mit.

Dabei wurden schwerpunktmäßig folgende Themen behandelt:

  • Die Stadt Görlitz plant die Erneuerung von 40 – 50 Bushaltestellen im Stadtgebiet Görlitz ab 2023. Hierzu soll zunächst ein Leitfaden Bushaltestellen in Abstimmung mit dem LSKS erstellt werden. Grundlage für die Haltestellenauswahl ist die Priorisierung durch den ZVON.
  • Für die neue Niederflurtram Görlitz läuft das Vergabeverfahren. Im weiteren Verlauf werden ebenfalls die Interessenvertreter weiter mit einbezogen.
  • Im Landkreis Görlitz wird derzeit das Liniennetz neu strukturiert, um eine bessere Vertaktung der Plus-Busse ab 01.01.2022 zu erreichen. Auch die Vergabeleistungen für Busverkehre im Landkreis Görlitz ab 01.01.2023 werden derzeit detailliert ausgearbeitet. Dies erfolgt unter Beteiligung des Behindertenbeirates und des Projektteams
  • Hinweisschilder an allen Bahnstationen zu Servicenummern der MobilitätsServiceZentrale (MSZ) und der 3-S-Zentrale sollten für Reisende deutlich sichtbar angebracht werden, inkl. einer Alternative für Hörgeschädigte.
  • Die Anmeldung über die MSZ sowie die Verhaltensweise bei defekten Aufzügen bzw. entsprechenden Alternativen und deren Kommunikation stellen weiterhin ein Problem dar. Das Projekt bleibt gemeinsam mit den Beteiligten weiterhin an der Problematik dran.

Weitere Schwerpunkte waren auch der geplante Austausch von Fahrkartenautomaten bei der GVB und die Priorisierung der zuerst barrierefrei auszugestaltenden Haltestellen im ZVON-Gebiet laut Nahverkehrsplan.

Auch wenn sich sicherlich alle Teilnehmer gern in Präsenz beraten hätten, war es doch unter den gegenwärtigen Bedingungen eine gelungene und konstruktive Beratung, die alle Teilnehmer durch ihre disziplinierte Mitwirkung sehr bereichert haben.

Über die Umsetzung der beratenen Punkte halten wir Sie gern auf dem Laufenden.


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