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Modell Stadtbahn 2020 von Interessenvertretern begutachtet (SH-NEWS 2020/004 vom 16.01.2020)

Stadtbahn 2020-Modell Forderungen und Anregungen zur barrierefreien Gestaltung präzisiert

(LSKS/ah; Red/mbg) Wie bereits in der SH-NEWS 2020/001 angekündigt fand am 14.01. von 10 bis 16 Uhr im Verkehrsmuseum Dresden die Vorstellung des Gestaltungskonzeptes für die Stadtbahn 2020 durch die Dresdner Verkehrsbetriebe AG (DVB) und den zukünftigen Hersteller Bombardier Bautzen sowie die Begutachtung des Modells durch die unterschiedlichen Behindertengruppen statt.
Neben dem Projekt "ÖPNV/SPNV für alle" des Landesverbandes Selbsthilfe Körperbehinderter Sachsen e.V. (LSKS) nahmen zahlreiche Vertreter u.a. folgender Gruppen und Gremien an der Veranstaltung teil:

  • Verband der Körperbehinderten der Stadt Dresden e.V.
  • Stadtverband Dresden des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Sachsen e.V.
  • Verein der Schwerhörigen und Ertaubten Dresden e.V.
  • Verband der Kleinwüchsigen Sachsen/Thüringen/Sachsem-Anhalt
  • Vertreter Rollator nutzender Fahrgäste
  • Vertreter des Senioren- und Behindertenbeirates der Stadt Dresden
  • das Büro der Behindertenbeauftragten der Landeshauptstadt.

Die intensiven und konstruktiv geführten Diskussionen bestätigten zunächst die Feststellungen und Vorschläge, die bereits Gegenstand der ersten Vorstellungen des Stadtbahnmodells am 06.01.2020 waren und in der SH-NEWS 2020/001 dargestellt wurden.

Auf dieser Basis wurden die Diskussionen weitergeführt und die unterschiedlichen Gestaltungsvarianten und -details intensiv, sachkundig und motiviert diskutiert. Die DVB hatte für diesen Tag ihre relevanten Ansprechpartner vor Ort, sodass sich konstruktive Gespräche ergaben. Zudem fand ein reger Austausch mit einem Vertreter des Herstellers Bombardier statt.

Sowohl die Vertreter der verschiedenen Behindertenvereinigungen als auch die Vertreter der DVB und Bombardier bestätigten, dass die direkten Gespräche sowie der Mitsprache der späteren Fahrgäste außerordentlich nützlich war und zu vielen ergänzenden Anregungen für die Detailgestaltung geführt haben.
Daraus abgeleitet wurden u.a. folgende Vereinbarungen getroffen:

  • Die Ausbildung der Türschwellen ist so zu verändern, dass ein Abprallen kleinerer Rollstuhlräder weitgehend vermieden wird
  • die Griffe an den Türen müssen das Hereinziehen von manuell betriebenen Rollstühlen sowie zugleich für Personen mit Gehhilfen den Ein-Schritt-Übergang zu nachfolgenden Griffelementen ermöglichen
  • die Sitze sind bezüglich Höhe und Sitzkomfort auch für Kinder und Kleinwüchsige anzupassen
  • das Haltestangenkonzept ist zu überdenken, das bewährte Gelbstangenprinzip ist durchgängig zu gewährleisten
  • es wird versucht, die Anzahl der Sitze, die für Rollatornutzer/Gehbehinderte stufenfrei erreichbar sind, zu erhöhen
  • für den Mittelbereich (Mehrzweckbereiche) ist zu prüfen, ob die Stufe zu den Sitzbereichen über den Fahrgestellen durch eine Rampe einschl. Griffelemente ersetzt werden kann
  • die Zuordnung der Mehrzweckabteile im Mittelbereich der Stadtbahn für die unterschiedlichen Nutzer ist zu optimieren
  • die Position und die Anzahl der „Haltewunsch“-Taster werden den Erfordernissen angepasst
  • die Kennzeichnung der unterschiedlichen Stellplätze (an den Fahrzeugtüren, im Innenraum und ggf. auf dem Fußboden) für Fahrgäste mit Rollstuhl, Kinderwagen, Fahrrad, Rollator und ggf. E-Scooter ist unter Beachtung des DVB-Dessins zu optimieren
  • an den für Fahrgäste mit Rollstuhl vorgesehenen Plattformen wird geprüft, wie mitfahrwillige Rollstuhlnutzer schnell erkennen, ob die für sie nutzbaren Stellplätze verfügbar sind.

Die DVB und Bombardier haben dem Projektteam in den Gesprächen am 14.01. signalisiert, dass bereits erste Forderungen bez. einer weitgehend barrierefreien Ausgestaltung in die nachfolgenden Arbeitsschritte eingeordnet wurden. Das betrifft u.a.:

  • Die Außentasten „Tür öffnen/Rollstuhl“ werden höher angebracht, die LED-Streifen an der Außenseite der Türen werden verlängert.
  • auf eine Fixierung des Rollstuhls über einen körperbezogenen Gurt wird wegen der damit verbundenen Personengefährdung verzichtet
  • Die Sprech-/Notrufanlage für beide Rollstuhlplätze wird mehr in Richtung Wagenmitte sowie höher positioniert; angeregt wurde zudem die Kennzeichnung durch blindengerechte Schrift
  • Die Rollstuhlrampe zum Ein-/Ausfahren mit Rollstuhl an noch nicht barrierefreien Haltestellen wird an die linke Türseite verlegt und beidseitig begrenzt.

Bereits zugesagt ist, dass die Funktionalität des BLIS auch in der neuen Stadtbahngeneration gewährleistet ist. Zudem soll flächendeckend WLAN zur Verfügung stehen.

Im Verlauf des Tages wurde die Forderung nach einer Umsetzung des Gelbstangenprinzips sowie die Markierung der Stufen im Innenraum mehrfach bekräftigt. In den derzeit eingesetzten Bahnen wird dieses Prinzip bereits erfolgreich eingesetzt und von den Betroffenen positiv aufgenommen.
Der Schwerhörigenverein Dresden brachte zusätzlich ein, dass elektrische Störgeräusche weiterhin minimiert werden sollen, damit die Funktionalität der von ihnen genutzten Hilfsmittel nicht beeinträchtigt wird. Auch auf die Anpassung der Ansage-Lautstärke ist in diesem Zusammenhang zu achten.
Alle Forderungen und Anregungen werden in den Folgetagen in einem Protokoll aufgeführt und an die DVB und Bombardier übergeben. Mit Bombardier ist zudem ein direkter Kontakt in Bautzen vorgesehen.

Insgesamt ist der Besichtigungstag auf positive Resonanz gestoßen, da allen Beteiligten ein konstruktiver Austausch ermöglicht wurde. Der LSKS und das Projekt "ÖPNV/SPNV für alle" dankt insbesondere der DVB, die den Tag mit erheblichem Personalaufwand und großem Engagement ihrer Mitarbeiter und weiterer Beteiligter abgesichert hat.
Das Modell der Stadtbahn ist für die Öffentlichkeit noch bis zum 20.01.2020 zu besichtigen.

In der Fotogalerie finden Sie Eindrücke der Veranstaltung:


Bildergalerie Vorstellung neue Stadtbahngeneration DVB am 14.01.2020

  • Rollatornutzer und Gehbehinderte in Diskussion mit  Verantwortlichen der DVB

    Rollatornutzer und Gehbehinderte in Diskussion mit Verantwortlichen der DVB

    Quelle: LSKS/kv

  • Rollatornutzer testen die erste Plattform des Modells in Originalgröße.
  • Der verantwortliche Ingenieur der DVB Herr Frank erläutert das Konzept der LED-Streifen beim Türschließmechanismus.
  • Die Anti-Rutschkante wird von Frau Richter (Büro der Behindertenbeauftragten Dresden) unter Beteiligung der verantwortlichen Mitarbeiter der DVB getestet.
  • Der Rollstuhlplatz und die zugehörigen Vorrichtungen werden mit einem Vertreter von Bombardier getestet.
  • Die Vertreter des Stadtvereins der Schwerhörigen und Ertaubten begutachten das Modell und geben wertvolle Hinweise.

Quelle: LSKS/kv/ah


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