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Engagement anerkannt, konsequent nächste Schritte gehen (SH-NEWS 2019/091 vom 12.11.2019)

S-Bahn Dresden  Projekt „ÖPNV/SPNV für alle“ des LSKS mit Bundesteilhabepreis ausgezeichnet

(Red/mbg) Am 12.11.2019 ist das vom Freistaat Sachsen geförderte Projekt „ÖPNV/SPNV für alle“ des Landesverbandes Selbsthilfe Körperbehinderter Sachsen e. V. (LSKS) anlässlich der vom BMAS veranstalteten Inklusionstage in Berlin vom Bundesminister für Arbeit und Soziales Hubertus Heil, MdB, mit dem Bundesteilhabepreis 2019 zum Thema „Inklusive Mobilität“ ausgezeichnet worden.
Die Auszeichnungsurkunde haben Projektkoordinatorin Kerstin Vietze und Projektbeauftragter Dr. Peter Münzberg heute im BCC am Alexanderplatz entgegengenommen.

Mit dem erreichten 1. Platz im ausgeschriebenen Wettbewerb und einem Preisgeld, das vor allem für den geforderten 20%-Eigenanteil an der Projektfinanzierung eingesetzt wird, wurde das nunmehr bereits 25-jährige, umfangreiche, sachorientierte, konstruktiv-kritische Wirken des Projektteams für die barrierefreie Gestaltung und Nutzung des Personennahverkehrs im Freistaat Sachsen gewürdigt.

Vorausgegangen war eine auf Anregung des Beauftragten der Sächsischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen im Juli des Jahres eingereichte Bewerbung.
Sie konnte u.a. auf die

  • erworbene Fachkompetenz des Bearbeiterteams
  • umfangreiche Einbindung ehrenamtlichen Engagements
  • enge Zusammenarbeit mit den Verkehrsverbünden, Verkehrsunternehmen und den kommunalen Verantwortlichen einerseits sowie mit den Vereinigungen/Vertretungen mobilitätseingeschränkter Fahrgäste einschl. der Behindertenbeauftragten und –beiräten andererseits
  • gemeinsam mit den Partnern erarbeiteten Konzeptionen, u.a. die Technischen Forderungen zum „ÖPNV/SPNV für alle“ und umfangreichen Informationsmaterialien
  • Breite des Engagements, das die eingesetzten Fahrzeuge, die Zugangsbedingungen, die Infrastruktur einschl. des barrierefreien Informationssystems vor und während der Fahrt, die Schulung der Nutzer und des Fahr- und Betriebspersonals einschließt
  • umfangreiche und aktuelle Öffentlichkeitsarbeit u.a. im Internetportal www.selbsthilfenetzwerk-sachsen.de
  • Bereitschaft, auch Teilschritte zu gehen und befristete Kompromisse einzugehen, wenn sie dem Grundanliegen der Inklusion dienen,

verweisen und damit zugleich auf diesem Gebiet zeigen, dass Inklusion nicht nur von oben, vom Staat oder von den kommunalen Verantwortungsträgern veranlasst werden kann, sondern auch von unten, von den zu Inkludierenden selbst gewollt und gestaltet werden muss.

Das Ziel, einen durchgängig barrierefreien ÖPNV/SPNV im Freistaat Sachsen anbieten zu können, ist trotz intensiver Projektarbeit und entsprechender Vorgaben u.a. in der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK), im Nahverkehrsgesetz, im Aktionsplan der Sächsischen Staatsregierung zur Umsetzung der UN-BRK, im Sächsischen Inklusions-/Teilhabegesetz, im Abschlussbericht der vom Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit (SMWA) initiierten ÖPNV-Strategiekommission und in den Nahverkehrsplänen des Verkehrsverbünde aber noch lange nicht erreicht.

Deshalb wird es erforderlich sein, den nunmehr gewürdigten Weg zum Ziel konsequent weiter zu gehen und die erreichten Ergebnisse auszubauen. Dazu möchte das Team auch in den Folgejahren beitragen.

Auszeichnung der ersten drei Preisträger des BundesteilhabepreisesBundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil (1. v.l.), mit Vertretern der ersten drei Preisträger des Bundesteilhabepreises, darunter Dr. Peter Münzberg und Kerstin Vietze vom LSKS (2. bzw. 3. v.r.), Quelle: BMAS/Maelsa

Hier die Urkunde: Bundesteilhabepreis für das LSKS-ÖPNV/SPNV Projekt

die Information des Bundespresseamtes 

und der MDR-Ticker.

Unseren herzlichen Glückwunsch zur Auszeichnung und toi, toi, toi für das weitere engagierte Wirken.

Weitere Informationen finden Sie

Und hier noch ein paar Bilder zu Aktivitäten des Projektes.


Bildergalerie Aktivitäten im Projekt "ÖPNV/SPNV für alle"

  • Das Projektteam kann auf eine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit verweisen, so u.a. durch die Mitwirkung an Fachtagungen und das Gestalten von Flyern zur Fahrgast- und Fahrerinformation - hier ein Stand auf der Tagung "Mobilität & Kommunikation" der TU Dresden mit dem Projektbeauftragten Dr. Peter Münzberg und der Vorstandsvorsitzenden Britta Soppala.

    Das Projektteam kann auf eine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit verweisen, so u.a. durch die Mitwirkung an Fachtagungen und das Gestalten von Flyern zur Fahrgast- und Fahrerinformation - hier ein Stand auf der Tagung "Mobilität & Kommunikation" der TU Dresden mit dem Projektbeauftragten Dr. Peter Münzberg und der Vorstandsvorsitzenden Britta Soppala.

    Quelle: LSKS/kv

  • Im Rahmen der regelmäßigen Projektgruppenarbeit nehmen, die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter und Selbstvertreter Lokaltermine zu kritischen Fragen bezüglich der praktischen Umsetzung der Barrierefreiheit wahr - hier erfolgt eine Beratung zur Minimierung von Restschwellen der Dresdner Straßenbahn mit den Kollegen der DVB AG im Werkstattbereich.
  • Das Projekt beruft bei Bedarf  Beratungen vor-Ort ein, um gemeinsam mit Fachleuten und Experten der verantwortlichen Stellen sowie Vertretern der Selbsthilfe konstruktiv Lösungen im Sinne einer barrierefreien Verkehrsraumgestaltung abzustimmen. Hier eine Begehung mit dem Baubürgermeister der Stadt Dresden, Raoul Schmidt-Lamontain.
  • Groß geschrieben wird auch die Schulung mobilitätseingeschränkter Fahrgäste einerseits und der Fahrpersonale andererseits. Im Bild führt die Projektkoordinatorin Kerstin Vietze Menschen mit Mobilitätseinschränkungen in die barrierefreie Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im Bahnhof Zittau ein.
  • Mobilitätstrainings werden an verschiedenen Orten unter Einbindung fachkundiger Referenten angeboten. Sie können dadurch auf die Bedürfnisse der speziellen Zielgruppen angepasst werden. Hier: Training zur Nutzung der Dresdner Straßenbahn für Rollatornutzerinnen.
  • Ein weiterer Baustein ist der Test bestehender Angebote im ÖPNV/SPNV-Bereich hinsichtlich barrierefreier Bedingungen unter Einbeziehung verschiedener Nutzergruppen. Die Ergebnisse werden im Rahmen der Projektarbeit aufgegriffen.

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