SH-NEWS 2018/030 vom 30.03.2018: ÖPNV-Projektgruppe Dresden hat beraten - www.selbsthilfenetzwerk-sachsen.de

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ÖPNV-Projektgruppe Dresden hat beraten (SH-NEWS 2018/030 vom 30.03.2018)

neues DVB-Busmodell Umfangreiche Baumaßnahmen geplant

(LSKS/mbg) Am 29.03.2018 fand im DVB-Verwaltungsgebäude Trachenberger Straße die erste Beratung der Projektgruppe "ÖPNV für alle - Landeshauptstadt Dresden"  im Jahre 2018 statt.
Teilnehmer waren Vertreter der Dresdner Verkehrsbetriebe AG (DVB), des Stadtplanungsamtes (STA), der Behindertenbeauftragten der Stadt Dresden, des Fahrgastbeirates sowie der Behindertenvereinigungen (Blinden- und Sehbehindertenverband, Verband der Körperbehinderten der Stadt Dresden, Stadtverband der Schwerhörigen und Ertaubten), die KB-Stelle barrierefreies Planen und Bauen, Projekt-Fachberater und das Projektteam des Landesverbandes Selbsthilfe Körperbehinderter Sachsen e.V. (LSKS) mit Mathias Dasse, Dr. Peter Münzberg und Kerstin Vietze.

Im Mittelpunkt der Tagesordnung standen

  • der Bericht des Projektkoordinators
  • aktuelle und bevorstehende Baumaßnahmen mit dem Schwerpunkt Tram
  • das Informationssystem vor Fahrtantritt und im Fahrzeug
  • Nutzung der Verkehrsmittel und Service.

Mathias Dasse berichtete über zurückliegende Arbeitsschritte und seit der letzten Beratung erreichten Ergebnisse. Dazu gehören mehrere Mobilitätstrainings, ein Gespräch mit den Vorständen der DVB zu Grundsatzfragen, eine Auswertung der Ergebnisse der beim SMWA angesiedelten ÖPNV-Strategiekommission und Klärungen zur Beförderung von E-Scootern in Bussen gemäß vorliegendem Erlass des Verkehrsministeriums.

Gemäß Darstellung der DVB befinden sich eine Reihe von Baumaßnahmen in Realisierung, Fortführung und Vorbereitung. Das betrifft u.a.

  • Neugestaltung der Haltestellen Hauptbahnhof-Nord
  • Neue Linienführung Tram 9 und 13, Wasaplatz und Zentralhaltestelle Tram/Bus Dresden-Strehlen
  • Neue Zentralhaltestelle Tram/Bus Kesselsdorfer-/Tharandter Str.
  • Baumaßnahme Königsbrücker Str. einschl. Haltestelle Stauffenbergallee
  • Bus-Endhaltestelle/Wendeplatz Nickern, neue Bus-Haltestelle Schloss Pillnitz
  • Baumaßnahmen im Bereich Hansastraße-Liststraße
  • Längerfristige planerische Vorbereitungen zu Baumaßnahmen Gerokstr./Blasewitzer Str./Schillerplatz
  • Tram-Haltestelle Synagoge (in Klärung zur Realisierung nach Abwasser-Baumaßnahmen in diesem Bereich, die auch zu zeitweiligen Linien-Umleitungen führen)
  • weitere Einzelmaßnahmen im Bereich Bus und Tram.

Alle bei diesen Bauvorhaben entstehenden Haltestellen/Steige werden barrierefrei gestaltet und im Rahmen der Bauplanung auf die Einhaltung der in den Technischen Forderungen enthaltenen Festlegungen durch die KB-Stelle geprüft. Insgesamt werden in den Folgejahren ca. 20 neue barrierefreie Tram- bzw. Tram-/Bushaltestellen und ca. 30 neue barrierefreie Bus-Haltestellen entstehen.
Abzusehen ist jedoch (wie Haltestelle Infineon Süd/Abzweig nach Hellerau), dass vor allem im Stadtrandgebiet wegen fehlender Flächen bzw. nicht überbaubarer Grundstückeinfahrten nicht jede Fahrzeugtür barrierefrei zugänglich sein wird. Das muss im Informationssystem berücksichtigt werden.

Nochmals ausführlich beraten wurden die Anforderungen und Realisierungsmöglichkeiten bez. Informationssystem.
Dazu wurde u.a. vereinbart, die bisherige Kennzeichnung der Fahrzeugplattformen beizubehalten. Die Beratungsteilnehmer stimmen überein, dass auch weitere oder großformatigere Kennzeichnungen nicht zwangsläufig dazu führen, dass die für Rollstuhlnutzer vorgesehenen Stellplätze in jedem Fall frei gehalten werden. Zu prüfen ist jedoch der Kontrast der an den Türen angebrachten Symbole.
Es wurde vereinbart, die Ergebnisse der von der DVB geplanten Video-Einspielung zum sachgerechten Verhalten bei der Nutzung des ÖPNV abzuwarten und ggf. danach das Thema erneut aufzugreifen.

Weiter in Bearbeitung befinden sich die vorgetragenen Wünsche zu einer nutzerfreundlicheren (vor allem blindenfreundlicheren) Gestaltung der Fahrplan- und Echtzeit-APP sowie die Wünsche bez. der Vereinzelung der Haltestellenanzeige im Verkehrsmittel auf Steige und bez. Anzeige der Barrierefreiheit bzw. Rampennutzung für Rollstuhlfahrer.

Neue Lösungen zeichnen sich für das Blindeninformationssystem unter Smartphone-Nutzung ab. Es wurde vereinbart, das dazu in der Schweiz (Basel) bearbeitete Konzept aufmerksam zu verfolgen, die Mitwirkung über den BSVS zu sichern und die entstehenden Lösungen ggf. zu übernehmen. Angedacht ist dabei eine Variante, die spezielle Wünsche rollstuhlnutzender Fahrgäste integriert sowie das bisher in Dresden genutzte BLIS noch längerfristig einbindet.

Zum Thema Fahrkartenautomaten wurde vereinbart, die jetzt vorliegende Lösung zunächst zu akzeptieren, obwohl einige Details (insbesondere Kontrast der Bildschirmdarstellung) nicht als optimal empfunden werden. Die Nutzung ist zunächst über einen längeren Zeitraum und zu unterschiedlichen Jahreszeiten/Witterungsbedingungen zu beobachten. Danach sind ggf. noch einmal Veränderungsvorschläge aufzubereiten.

Noch in Bearbeitung der DVB befindet sich der Problemkreis "Restschwelle über 5 cm" an barrierefrei ausgestatteten Haltestellen/Steigen insbesondere beim Tram-Typ NGT D12 DD. Vermutlich muss die Wartungstechnologie der Fahrzeuge überarbeitet werden. So bald dazu verbindliche Aussagen vorliegen, erfolgt eine Information.

Die Beratungsteilnehmer stellten fest, dass die intensive Schulung des Fahrpersonals bez. des erforderlichen Verhaltens und der Gewährleistung ggf. notweniger Hilfe zu deutlichen Service-Verbesserungen geführt hat.
Die Anzahl berechtigter, bei der DVB selbst, bei den Behindertenverbänden und weiteren Partnern eingegangener Beschwerden ist stark zurückgegangen. Der angebotene Service ist auch von Touristen und anderen Gast-Nutzern der DVB-Verkehrsmittel mehrfach als gut bzw. sehr gut bewertet worden. Das Projekt bittet, diese Information auch an die Fahrpersonale weiterzugeben.

Die Beratungsteilnehmer nehmen zur Kenntnis, dass die im Erlass der Verkehrsministeriums enthaltenen Forderungen zur Beförderung von Personen mit E-Scooter von der DVB eingehalten werden (siehe auch: DVB-Barrierefreies Reisen). Bisher sind allerdings nur zwei Anfragen dazu eingegangen, die jedoch wegen Nichteinhaltung der Erlass-Forderungen abschlägig entschieden werden mussten.
Unabhängig davon bemüht sich das Projektteam über den Beauftragten der Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen und das SMWA darum, dass ausgereichte Beförderungszulassungen zumindest landesweit anerkannt werden.

Die nächste Beratung der Projektgruppe "ÖPNV für alle - Landeshauptstadt Dresden" wird im September 2018 stattfinden. Der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.




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