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Mobilitätstraining in Grimma (SH-NEWS 2017/090 vom 02.08.2017)

Symbolbild Mobilität - Rollifahrer Projektgruppe „ÖPNV für alle“  organisiert mit MDV und Regionalbus Leipzig Mobilitätstraining in Grimma

(LSKS/jt) Am 29.07.2017 fand auf Anregung der Projektgruppe „ÖPNV/SPNV für alle“ beim Landesverband Selbsthilfe Körperbehinderter Sachsen e.V. (LSKS) gemeinsam mit dem Mitteldeutschen Verkehrsverbund (MDV) und der Regionalbus Leipzig GmbH ein Training für mobiltätseingeschränkte Fahrgäste in Grimma statt.
Dieses erste Training in der Region stieß von allen Seiten auf großes Interesse. Es hatten sich ca. 25 Teilnehmer angemeldet. Das Spektrum umfasste Personen mit Elektro- und Greifradrollstuhl, Rollatornutzer, blinde und sehbehinderte Fahrgäste. Auch Begleitpersonen hatten sich eingefunden, um sich mit den erforderlichen Kenntnissen auszurüsten.

Nach der Begrüßung durch Jana Treffler, regionale Projektmitarbeiterin, folgten die Teilnehmer den theoretischen Ausführungen von Frau Schäfer (MDV) und Herrn Fröhner (Regionalbus Leipzig GmbH).
Sie umfassten allgemeine Informationen, wie z. B. die kostenfreie bundesweite Beförderung von  Begleitpersonen bei Menschen mit einem SB-Ausweis mit Merkzeichen B, das Verhalten an den Haltestellen bis hin zur Nutzung der fahrzeugeigenen Bus-Rampen. Dabei wurde u.a. geklärt, dass die Bedienung der Rampen ausschließlich dem Fahrpersonal obliegt und weitere Leistungen vom Fahrer nur im Ausnahmefall und nur auf ausdrückliche Bitte des Fahrgastes gewährt werden können.

In diesem Zusammenhang wurde zugleich darauf verwiesen, dass viele andere Fahrgäste zu kleinen Hilfeleistungen bereit sind. Das bezieht sich z.B. bei Senioren auf die Überwindung von Restschwelle und Restspalt mit einem Rollator, auf die Unterstützung zum Erreichen des vorgeschriebenen Stellplatzes im Bus oder beim erforderlichen Festhalten des Fahrgastes im Rollstuhl an den vorhandenen Griffelementen während der Fahrt. Dazu muss der mobilitätseingeschränkte Fahrgast natürlich selbst geeignete Personen ansprechen, was gerade im ländlichen Raum noch nicht so publik ist.

An der bereits barrierefrei umgebauten und mit Blindenleitstreifen versehenen Haltestelle Grimma, Gabelsberger Str. stiegen dann alle Teilnehmer in den Bus, um zum Übungsort, der Zentralhaltestelle in Grimma (Nicolaiplatz), zu fahren. Das war erforderlich weil die Haltestelle in der Gabelsberger Straße auch am Wochenende stark frequentiert ist, so dass sie für Übungszwecke kaum sinnvoll zu nutzen ist.

Am Nicolaiplatz wurden dann die praktischen Schritte geübt. Sie bezogen sich u.a. auf das Ein- und Ausfahren mit Rollstuhl mit und ohne Rampe, auf das Ein-und Aussteigen mit Rollator, auf das Platzieren von Rollstühlen und Rollatoren im Fahrzeug sowie auf das Auffinden eines Sitzplatzes für die Rollatornutzer und blinden Fahrgäste im Bus. Auch für viele Teilnehmer neue Varianten, zum Beispiel das rückwärts Einfahren über die Rampe bei sehr kleinen Rolli-Rädern, konnte getestet werden.

Im Gespräch mit den Verantwortlichen und natürlich mit dem Busfahrer wurden Missverständnisse geklärt und praktische Hinweise mitgenommen. Blinde Teilnehmern wiesen z.B. darauf hin, dass eine Kommunikation mit ihnen nur verbal, im direkten Kontakt möglich ist und Gesten nicht weiterhelfen.
Die Teilnehmer waren sich darin einig, dass nur mit dem Einsatz von Niederflurbussen mit Kneeling und fahrzeugeigener Rampe ein "ÖPNV für alle" nicht zu realisieren ist. Dazu gehören neben dem barrierefreien Informationssystem vor und während der Fahrt auch der barrierefreie Umbau von Haltestellen, für den bekanntlich die Kommunen bzw. überörtlichen Straßenbaulastträger zuständig sind. Das Projekt wird die dazu die in Planung befindlichen Maßnahmen mit Aufmerksamkeit verfolgen und sich ggf. auch an der Auswahl möglicher Lösungsvarianten beteiligen.

Nach etwa zwei Stunden wurden die Teilnehmer mit dem Bus wieder an den Ausgangsort zurückgebracht. Alle waren sich einig, dass es nicht das letzte Mobilitätstraining in der Region bleiben darf, da ein großer Bedarf besteht und man viel voneinander lernen kann.
Vom Training wurde auch in einem Kurzbeitrag am 29.07. im MDR-Sachsenspiegel, darüber hinaus im Regionalfernsehen und in der Regionalpresse (siehe Bildergalerie) berichtet.


Bildergalerie Erstes Mobilitätstraining in Grimma 17/07

  • Mobi-Training Grimma: Teilnehmer werden von Herrn Fröhner, Regionalbus Leipzig eingewiesen

    Mobi-Training Grimma: Teilnehmer werden von Herrn Fröhner, Regionalbus Leipzig eingewiesen

    Quelle: LSKS/Proj.ÖPNV

  • Mobi Training Grimma: Vorbereitung zum praktischen Teil am Nicolaiplatz
  • Mobi-Training Grimma: Teinnehmerin im Gespräch mit dem Busfahrer
  • Mobi-Training Grimma: Ausstieg aus dem Bus mit Rollator
  • Mobi-Training Grimma: Eine andere Einstiegsmöglichkeit mit Rollator probieren
  • Mobi-Training Grimma: Gefahr beim Ein-/Aussteigen mt Rollator bei zu breitem Spalt zwischen Bus und Haltestellenbord, 
ACHTUNG Busfahrer: Die zulässige maximale Spaltbreite für Fahrgäste mit Rollator beträgt 5 cm
  • Mobi-Training Grimma: Presseschau

 




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