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Tipps zur Nutzung vom Bus in Dresden für blinde und sehbehinderte Fahrgäste Diesen Text vorlesen lassen

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Sehr geehrte Damen und Herren,

Der Landesverband Selbsthilfe Körperbehinderter Sachsen e. V. und das Projekt „ÖPNV/SPNV für alle" geben Ihnen Tipps zur Nutzung der Niederflurbusse in Dresden.

Das Busnetz in Dresden

In Dresden verkehren 28 Buslinien auf 306 Kilometern.

Die Busse in Dresden sind meist gelb mit schwarzen Passagen. Es gibt auch farbig gestaltete Busse. Auf diesen ist Werbung angebracht oder sie gehören zu einem Subunternehmen.

In Dresden fahren im Regelverkehr durchgängig Niederflurfahrzeuge. Es verkehren 14 verschiedene Fahrzeugtypen mit 2, 3, 4 bzw. 5 Fahrgasttüren. Die neueren Busse mit Hybrid- bzw. Elektroantrieb verursachen kaum Motorengeräusche.

Die Einstiegshöhe in de Bus beträgt 28 cm (Bus seitlich abgesenkt – Kneeling) oder 35 cm (ohne Kneeling).

Die Haltestellenarten und die unterschiedlichen Halteplätze

In Dresden gibt es verschiedene Haltestellenarten – barrierefreie und (noch) nicht barrierefreie. Eine Haltestelle besteht aus mehreren linien- bzw. richtungsbezogenen Halteplätzen.

Folgende Halteplätze werden angefahren

Der barrierefreie Halteplatz – am Gehwegrand

Der Bus hält (ggf. gemeinsam mit der Straßenbahn) an einem Bahnsteig mit 20 bis 23 cm Bordhöhe direkt am durchgehenden Bürgersteig, an einer in den Bürgersteig eingebrachten Bucht bzw. an einem dem Bürgersteig direkt vorgelagerten Kap. Der Wartebereich befindet sich auf dem Bürgersteig.

ACHTUNG: Zwischen der Wartefläche und dem Einstieg kann sich ein Radweg befinden.
Die Einstiegshöhe kann 5 cm (mit Kneeling) und 15 cm (ohne Kneeling), der Spalt zwischen dem Bord und dem Einstieg 5 bis 10 cm betragen. Bodenindikatoren sind vorhanden.

Der barrierefreie Halteplatz – am Bahnsteig auf einer Insel

Der Bus hält (gemeinsam mit der Straßenbahn) an einem Inselbahnsteig mit 23 cm Bordhöhe in Straßenmitte. Der Wartebereich befindet sich auf dem Bahnsteig. Die Insel ist meist über einen Ampelübergang zu erreichen. Boden-indikatoren sind vorhanden.

Die Einstiegshöhe kann 5 cm (mit Kneeling) und 15 cm (ohne Kneeling), der Spalt zwischen dem Bord und dem Einstieg 5 bis 10 cm betragen.

Der barrierefreie Halteplatz – am Bahnsteig neben der Fahrbahn

Der Bus hält (gemeinsam mit der Straßenbahn) an einem Bahnsteig neben der Fahrbahn mit einem auf 23 cm erhöhten Bord. Der Wartebereich befindet sich auf dem Bahnsteig. Der Bahnsteig schließt sich unmittelbar an den Gehwegbereich an.

Die Einstiegshöhe kann 5 cm (mit Kneeling) und 15 cm (ohne Kneeling), der Spalt zwischen dem Bord und dem Einstieg 5 bis 10 cm betragen.

Der barrierefreie Halteplatz – am Bahnsteig mit überfahrbarem Kap

Der Bus hält (gemeinsam mit der Straßenbahn) auf einem Kap in Straßenmitte mit einem auf 23 cm erhöhten Bord. Der Wartebereich befindet sich auf dem Bürgersteig, der durch ein Bord zwischen 3 und 10 cm Höhe von der Fahrbahn abgegrenzt ist.

Der Übergang zum Verkehrsmittel darf erst erfolgen, wenn der Bus die Haltestelle erreicht hat. Zu diesem Zeitpunkt wird der zu überschreitende Fahrbahnbereich durch eine Ampel für den fließenden Straßenverkehr gesperrt (Zeitinsel).

Die Einstiegshöhe kann 5 cm (mit Kneeling) und 15 cm (ohne Kneeling), der Spalt zwischen dem Bord und dem Einstieg 5 bis 10 cm betragen.

Der barrierefreie Doppel-Halteplatz – am Gehwegrand bzw. am Bahnsteig auf einer Insel,
neben der Fahrbahn oder mit einem überfahrbaren Kap

Die Ausstattung ist die gleiche wie die der Einzelhalteplätze bzw. beim Verhalten und bei der Nutzung gelten die gleichen Regelungen wie beschrieben.

An diesen Halteplätzen können jedoch zwei oder mehr Fahrzeuge zum gleichzeitigen Fahrgastwechsel hintereinander halten. Das können Busse und Straßenbahnen sein.

Für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste gibt es in der Regel im Bereich der ersten Halteposition an der ersten Fahrgasttür ein in den Boden eingelassenes Piktogramm. Dies besteht aus tastbaren Reliefplatten. Sie positionieren sich am besten an diesem Piktogramm. Auf ein entsprechendes Zeichen (Blindenstock erheben oder deutliches Handzeichen) wird das zweite Fahrzeug erneut halten, um Ihnen den Einstieg in die erste Tür zu ermöglichen.

Der nicht-barrierefreie Halteplatz – am Bürgersteig

Der Bus hält unmittelbar am Bürgersteig mit einem Bord in unterschiedlicher Höhe. Der Wartebereich befindet sich auf dem durchgehenden Bürgersteig. Die Einstiegshöhe liegt zwischen 10 cm (mit Kneeling) und 35 cm (ohne Kneeling), der Spalt zwischen dem Bord und dem Einstieg kann 10 bis 15 cm betragen.

Nur in Ausnahmefällen gibt es an der Haltestelle Bodenindikatoren zur Orientierung für Blinde und Sehbehinderte.

Zur taktilen Orientierung können folgen-de Haltestellenelemente genutzt werden:
Die Haltestellen-Stele, der Fahrgastunterstand, Sitzplätze, Papierkörbe.

Bodenindikatoren und Einrichtungen an der Haltestelle

Der Blindenleitstreifen tritt als Streifen mit einer längs angeordneten Rippenstruktur auf und kann mit dem Blindenstock ertastet werden.

Direkt neben dem Blindenleitstreifen gibt es einen dunklen Begleitstreifen, der einen deutlichen Kontrast zum hellen Blindenleitstreifen darstellt und die Orientierung für sehbehinderte Menschen erleichtern kann.

Aufmerksamkeitsfelder weisen auf etwas Neues z. B. auf Gefahrenstellen hin. Das sind an der Haltestelle üblicherweise eine Überquerung der Fahrbahn oder Treppen. Das Aufmerksamkeitsfeld befindet sich vor der betreffenden Stelle.

In Dresden wurde dazu bisher Kleinpflaster verwendet, gegenwärtig laufen Versuche mit Noppenplatten. In Einzelfällen gibt es eine Rippenstruktur z. B. an sogenannten Z-Übergängen an Gleisen.

Auffindestreifen erleichtern das Erreichen bestimmter Ziele, wie z. B. den Einstieg in den Bus. Die Streifen sind durch eine Rippen- bzw. Noppenstruktur gekennzeichnet. In Dresden wird Kleinpflaster verwendet. Bei neuen Bauvorhaben sollen Rippenplatten eingesetzt werden, die quergerippt sein sollen.

Die Sicherung von ausgewiesenen Schienen-Übergängen vom und zum Gehweg wird durch eine Signalanlage geregelt. Wenn eine Überquerung nicht passiert werden darf, ertönt ein Gong – der so genannte Rot-Gong.

Eine Übersicht mit blindengerechten Haltestellen und den Straßenbahn- und Buslinien bietet der Haltestellenatlas für Blinde. Dieser ist auf den Internetseiten des Selbsthilfenetzwerkes www.selbsthilfenetzwerk-sachsen.de und der Dresdner Verkehrsbetriebe www.dvb.de zu finden.

Begleitpersonen und Begleithunde

Voraussetzung für die Beförderung ist ein gültiger Fahrausweis (gültiges „Zusatzblatt ÖPNV" zum Schwerbehindertenausweis oder Fahrschein). Wenn auf Ihrem Schwerbehindertenausweis das Merkzeichen B eingetragen ist, wird eine Begleitperson unentgeltlich mitbefördert. Das Merkzeichen Bl berechtigt Sie zusätzlich zur Mitnahme eines Blindenführhundes, er kann ohne Maulkorb befördert werden.

Bus fahren in Dresden - bequem einsteigen

Eine Orientierung zum voraussichtlichen Haltepunkt des Busses bietet die Haltestellen-Stele. Je nach örtlichen Gegebenheiten befindet sie sich in der Mitte bzw. im vorderen Bereich des haltenden Busses.

Wenn Sie kein BLIS-Gerät nutzen, sollten Sie dem Busfahrer beim Einfahren ein eindeutiges Zeichen geben. Dazu heben Sie entweder Ihren Blindenstock eindeutig nach oben oder Sie heben gut sichtbar den gestreckten Arm.

Nach dem Einfahren des Busses laufen Sie bis zur Einstiegstür. Empfehlenswert ist die Nutzung der ersten beiden Fahrgasttüren, da der Fahrer Sie hier am besten sehen kann. In der Regel wird der Fahrer die Tür öffnen und sofern erforderlich den Bus absenken.

Sollte die Tür noch geschlossen sein, drücken Sie den Türöffner. Die Türöffner befinden sich je nach Bus-Typ rechts neben der Tür etwa in einem Meter Höhe. Die Türöffner sind rund, stehen hervor und sind gut fühlbar.

Die erste und die zweite Bustür werden ausschließlich vom Busfahrer geschlossen, weiter hintenliegende Türen schließen automatisch, wenn sich keine Person oder Gegenstände im Türbereich befinden.

Falls während des Schließvorganges von der Automatik Personen oder Gegenstände im Türbereich erkannt, wird Tür automatisch erneut geöffnet.

ACHTUNG: Eine Hundeleine wird ggf. von der Tür-Stopp-Automatik nicht erkannt. Deshalb den Begleithund mit kurzer Leine neben dem Körper führen.

Bus fahren in Dresden – einen Sitzplatz suchen

In den Bussen sind die meisten Stangen und Griffe gelb. Auch Gefahrenstellen und Hindernisse sind durch gelbe Markierungen kontrastreich gekennzeichnet. Bei einigen Subunternehmen haben die Griffstangen eine andere Farbe.

Blinden und Sehbehinderten wird die Nutzung der ausgewiesenen Sitzplätze für Behinderte empfohlen. Diese sind in Türnähe.

Wenn Sie mit dem Fahrpersonal sprechen müssen, dann nur, wenn das Fahrzeug hält. Aus diesem Grund empfiehlt es sich möglichst weit vorn einzusteigen, damit der Fahrer in Rufweite ist.

Bus fahren in Dresden – Haltewunsch anzeigen und aussteigen

Im Fahrzeug gibt es eine Ansage zur Haltestelle, die als nächste angefahren wird. Diese Ansage können Sie sich (bisher nur in der Stadt Dresden) während der Fahrt durch Anforderung mit dem BLIS-Gerät beliebig wiederholen lassen.

Zudem gibt es eine Innenanzeige zu den nächsten Haltestellen. Neuere Busse haben Monitore, ältere verfügen über Schriftbänder. Auch hier wurde auf eine kontrastreiche Gestaltung geachtet.

Wenn Sie aussteigen möchten, rechtzeitig einen Haltewunsch – Taster betätigen. Die Haltewunsch-Taster befinden sich an den Haltestangen. Der Taster steht hervor und ist somit gut fühlbar.

Ein besonders deutlich größerer Taster befindet sich an der Innenwand des Busses an den Rollstuhl-Stellplätzen. Der Busfahrer wird bei Betätigung dieses Tasters durch ein optisches Signal auf den Ausstiegswunsch eines mobilitätseingeschränkten Fahrgastes aufmerksam gemacht. Er kann auch von blinden/sehbehinderten Fahrgästen genutzt werden, wenn eine besondere Aufmerksamkeit des Fahrers erwartet wird.

Bezüglich Anordnung, Gestaltung und Farbe der Taster können Abweichungen bei den im DVB-Liniennetz verkehrenden Sub- und Kooperationsunternehmen auftreten.

Hilfe für blinde und sehbehinderte Fahrgäste in Dresden

Die SMS-Auskunft

Zur Fahrplaninformation gibt es eine SMS-Auskunft mit Sprachausgabe. Damit können Sie sich jederzeit den Fahrplan des Dresdner Liniennetzes auf das Handy laden. Zum Beispiel rufen Sie damit die nächsten Abfahrtzeiten an einer ausgewählten Haltestelle ab oder die schnellste Verbindung.

Die Auskunft erfolgt in Echtzeit, innerhalb von maximal 10 Minuten und ist kostenlos. Es fallen nur die Gebühren für die gesendete SMS im eigenen Netz an.

Die SMS-Auskunft erfolgt auf folgende Weise:

Schreiben Sie eine SMS an die Nummer, die für Ihr Handynetz zur Verfügung steht.

  • Nutzer von T-Mobile D1 verwenden die Nummer 0170-2120541.
  • Nutzer von Vodafone D2 verwenden die Nummer 0172-8571011.
  • Nutzer von EPLUS verwenden die Nummer 0163-2691261.
  • Nutzer von O2 verwenden die Nummer 0179-2358919.

Eine SMS zur Anfrage nach einer Verbindung zwischen zwei Haltestellen wird geschrieben: +Abfahrtshaltestelle#Zielhaltestelle

Eine SMS zur Anfrage nach allen demnächst abfahrenden Linien einer bestimmten Haltestelle wird geschrieben:
+Haltestelle

Wenn eine Auskunft zu allen abfahrenden Linien zu einem späteren Zeitpunkt erwünscht ist, wird die SMS so geschrieben:
+Haltestelle#Zeit bis zur Abfahrt in Minuten oder die Uhrzeit, wobei Stunden- und Minutenangabe durch einen Doppelpunkt getrennt werden muss

Eine SMS zur Anfrage nach einer Verbindung zwischen zwei Haltestellen mit vorgegebener Ankunftszeit wird geschrieben:
+Abfahrtshaltestelle#Zielhaltestelle#* Uhrzeit, wobei die Stunden- und Minutenangabe durch einen Doppelpunkt getrennt werden muss

Das Blindeninformationssystem (BLIS)

Eine Dresdner Besonderheit stellt der BLIS-Sender dar. BLIS steht als Abkürzung für Blindeninformationssystem. Dieses erleichtert die Fahrgastinformation und die Kommunikation mit dem Fahrpersonal. BLIS gibt es sowohl in Form eines Handsenders, als auch als Sender eingebaut im Blindenstock.

Auf jedem Sender sind 6 erhöhte Tasten, mit den Zahlen 1 bis 6 in drei Zeilen zu je zwei Tasten angebracht. Die 1 befindet sich links oben und die 6 rechts unten.

  • Die Taste 1 wird beim Einfahren des Busses gedrückt, wenn der Fahrgast Informationen zur Linie benötigt. Über Außenlautsprecher werden die Liniennummer und das Fahrtziel angesagt.
  • Die Taste 2 wird gedrückt, wenn der Fahrgast mit dem Bus mitfahren oder aus dem Bus aussteigen möchte. Der Fahrer öffnet dann alle Türen des Fahrzeuges und senkt ab. Sie bleiben zudem bis zum Ende des Haltevorganges geöffnet.
  • Die Taste 3 wird gedrückt, wenn der Fahrgast im Fahrzeuginneren eine Wiederholung der Ansage zur nächsten Haltestelle benötigt. Über Innenlautsprecher wird dann diese Ansage wiederholt.
Der Mobilitätsservice (MOSE)

Der Mobilitäts-Service MOSE ermöglicht Ihnen, an Werktagen von Montag bis Freitag zwischen 7 und 18 Uhr auch ohne eigene Begleitperson öffentliche Verkehrsmittel in der Stadt Dresden zu nutzen. Die Abholung erfolgt an der Haustür.

Der Begleitwunsch ist rechtzeitig anzumelden. Die Anmeldung ist an Werkta-gen von Montag bis Freitag zwischen 7 und 15 Uhr telefonisch über 0351 8572605 möglich.

Inhaber des Dresden-Passes, die schwerbehindert oder über 65 Jahre alt sind, können diesen Service kostenfrei nutzen. Für alle anderen Nutzer fällt eine Gebühr von 3,00 Euro pro Auftrag an.

Bitte beachten Sie, dass das MOSE-Angebot als freiwillige Sozialleistung von den Entscheidungen des Stadtrates und der Stadtverwaltung abhängig ist und jeweils nur befristet bereitgestellt wird.

Zum Informationsmaterial

Diese Datei entstand im Rahmen des Projektes „ÖPNV/SPNV für alle", beim Landesverband Selbsthilfe Körperbehinderter Sachsen e. V. (LSKS) mit freundlicher Unterstützung durch die Dresdner Verkehrsbetriebe AG (DVB) und den Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen e. V. (BSVS)

Fragen und Anregungen nehmen wir gerne an:

Kerstin Vietze, Landesverband Selbsthilfe Körperbehinderter Sachsen e. V. (LSKS).
Telefonnummer: 0351- 47935013

oder

Silke Dreßel, Dresdner Verkehrsbetrieben AG
Telefonnummer: 0351 – 8571240

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