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Diskriminierungserfahrungen in Sachsen (SH-NEWS 2021/022 vom 25.03.2021)

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(PM/ ahi; red) Das Antidiskriminierungsbüro Sachsen (ADB) verzeichnete im zweiten Halbjahr 2020 einen sprunghaften Anstieg der Beratungsfälle im Vergleich zum ersten Halbjahr um über 50 Prozent. Insgesamt wurden dem ADB 238 Diskriminierungsfälle in Sachsen gemeldet. Die häufigste Diskriminierungsform bildeten dabei mit 42 Prozent rassistische Diskriminierungen, gefolgt von Diskriminierungen aufgrund Behinderungen mit 38 Prozent.

Um die Diskriminierungserfahrungen in Sachsen näher zu untersuchen, hat das Sächsische Staatsministerium der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung nun eine Studie in Auftrag gegeben. Die Umfrage wird vom Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) durchgeführt. Die wissenschaftliche Studie soll helfen, ein differenziertes Bild des Lebens der von Diskriminierung betroffenen Menschen in Sachsen zu gewinnen.

Gleichstellungsministerin Katja Meier sagt dazu: „Viele Menschen erleben auch in Sachsen tagtäglich Anfeindungen und Ausgrenzungen. Um Ursachen, Ausmaß und Folgen von Diskriminierung in Sachsen zu erfassen und zielgenaue politische Maßnahmen ableiten und umsetzen zu können, sind wir auf die Mithilfe aller Bürgerinnen und Bürger angewiesen. Je mehr Menschen an der Online-Umfrage zu Diskriminierungserfahrungen in Sachsen teilnehmen, desto genauer wird das Bild, das wir erhalten.“

Dabei geht es in der Umfrage nicht nur um Diskriminierungen aufgrund von Religion, Herkunft, Sexualität und Geschlecht, sondern auch um Diskriminierungen aufgrund von Identität, Behinderung, Armut, Alter oder Gewicht, um so einen differenzierteren Einblick erhalten zu können. Diskriminierung wird manchmal als Diskriminierung erlebt, obwohl sie keine ist; öfter jedoch wird die Diskriminierung von den Betroffenen gar nicht als solche erkannt. Auch subjektive Empfindungen sind wichtig, um die Frage zu klären, was genau Menschen unter Diskriminierung verstehen.

Die Studie ist intensiver als andere sozialwissenschaftliche Studien ihrer Art und v. a. quantitativer Natur, um so tief in die Zielgruppe der Betroffenen hineinzuschauen; sie soll aber auch statistische Daten erheben. Aufgebaut ist die Umfrage in zwei Teilen: einer Bevölkerungsbefragung und einer Betroffenenbefragung. Daher ist die Beteiligung aller Menschen in Sachsen wichtig.

Die Datenerhebung startete am 11.03.2021 und soll für drei Monate zur Verfügung stehen. Die Online-Umfrage dauert ca. 25 Minuten, ist barrierefrei und auch in Leichter Sprache sowie weiteren Sprachen (u. a. Englisch, Russisch, Spanisch, Farsi, Arabisch, Mandarin, Vietnamesisch, Sorbisch) verfügbar. Für ältere Personen soll es in Kürze auch einen Papierfragebogen geben, Ansprechpartner hierfür ist das DeZIM unter diskriminierung-sachsen@dezim-institut.de.

Die Online-Umfrage ist unter www.diskriminierung-sachsen.de zu finden.


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